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Makrofotografie: Insekten fotografieren
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Das Problem beim Fotografieren von Insekten ist häufig, dass diese nicht sonderlich still halten. Doch bevor man sich über wegspringende oder wegfliegende Insekten ärgern kann muss man sie erst einmal finden. Viele Insekten sind ihrer Umgebung gut angepasst und wenn man einen entsprechenden Lebensraum betritt sollte man zunächst ruhig verweilen und die Umgebung beobachten.

Artikelserie Makrofotografie

In der sechsteiligen Artikelserie von Jens Dittmar werden die unterschiedlichsten Aspekte der Makrofotografie beleuchtet. Im ersten Teil geht es um die Grundlagen, im zweiten sind die Lichtkontrolle, im dritten Blumen, im vierten Insekten, im fünften Pilze und im sechsten weitere Makromotive das Thema.

Mit der Zeit wird man dann immer mehr und mehr darauf aufmerksam werden dass sich hier und da etwas bewegt, was sich bei näherer Betrachtung meistens als Insekt herausstellt. Bei Makroaufnahmen mit einem Maßsab von 1:1 oder gar noch größer sind Details zu erkennen, die man mit bloßem Auge nie wahrnehmen oder auch nur vermuten würde.

Tageszeit

Um dem Problem mit dem Weghüpfen oder Wegfliegen zu begegnen kann man versuchen die Insekten zu fotografieren wenn sie sich nicht so viel bewegen. Dies ist der Fall noch kurz vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang. Besonders vor Sonnenaufgang können dann Bilder gelingen, die Insekten übersäht mit unzähligen kleinen Wassertropfen zeigen.

Bitte nicht stören

Gerade zu den Zeiten in denen die Insekten noch regungslos an Grashalmen oder auf Blättern sitzen sind sie besonders anfällig. Eine Libelle die über und über mit Wassertropfen bestückt ist kann nicht einfach davonfliegen wenn sie gestört wird. Daher die Bitte, auch Insekten mit dem nötigen Respekt zu behandeln und nicht zu verletzen oder töten.

Stativ vs. frei Hand

Wenn man die Zeit hat und die Insekten sich nicht bewegen ist auf jeden Fall zur Verwendung eines Stativs zu raten. Auf diese Weise lässt sich die Kamera viel exakter ausrichten um alle gewünschten Teile des Insektes in die Schärfenebene zu bekommen, außerdem hat man die Hände frei für das Arbeiten mit Reflektoren oder Diffusoren.

Wenn man mitten am Tag fotografieren will (oder muss) ergeben sich gute Möglichkeiten an stark frequentierten Orten wie zum Beispiel einem Busch an dem sehr viele Schmetterlinge hängen vor allem, wenn er der einzige dieser Art in der näheren Umgebung ist. Hier ist dann allerdings Schnelligkeit gefragt denn man muss mit der Kamera zum Beispiel einen Falter aufs Korn nehmen der gerade nach Nektar auf einer Blüte sucht und am besten manuell scharf stellen da der Autofokus der meisten Kameras bzw. Makro-Objektive damit überfordert ist. Es kann hier auch vorteilhaft sein die Serienbildfunktion der Kamera zu nutzen und bei jedem Auslösen ca. drei Aufnahmen zu machen.

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Insekten im Flug

Insekten im Flug zu fotografieren erfordert einiges an Geschick bzw. Planung. Dies hängt auch stark davon ab welches Insekt im Flug abgebildet werden soll. Eine Großlibelle beispielsweise „patrouilliert“ häufig in ihrem Revier und fliegt dabei immer und immer wieder die gleiche Route ab. Dabei macht sie an einigen Stellen (häufig sind das immer dieselben Stellen) eine kleine Pause und schwebt wie ein Hubschrauber in der Luft.

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Erfolg kann man hier also haben wenn man sich auf eine solche Stelle konzentriert, die Kamera darauf ausrichtet und wenn die Libelle in diesem Bereich stehen bleibt, versucht die Schärfe so gut wie möglich einzustellen (manuell versteht sich) und dann eine Bilderserie schießt kann man mit einiger Übung schöne Flugaufnahmen hin bekommen.

Da die Insekten sich (und vor allem ihre Flügel) sehr schnell bewegen empfiehlt sich eine Verschlusszeit von mindestens 1/500 Sekunde, sonst sind die Flügel nicht zu erkennen sondern nur verwischte Streifen zu sehen, was natürlich auch wieder ein gewollter Effekt sein kann. Hier gilt es einfach auszuprobieren bis man das gewünschte Ergebnis erreicht hat.

Perspektive

Wie in vielen anderen fotografischen Disziplinen gilt auch hier, dass die Bilder meistens lebendiger und aufregender wirken, wenn man sich auf Augenhöhe mit dem Modell begibt.

Der mit dem Makrofoto erzeugte Effekt etwas so kleines so groß darzustellen lässt sich aber sogar noch etwas verstärken wenn man leicht in die Froschperspektive begibt, also das Modell etwas von unten betrachtet, da dies eine besonders ungewöhnliche Ansicht für Insekten ist.

makrofotoinsekten3Schärfe

Da die Schärfentiefe im Makrobereich ja recht gering ist kann man Insekten nur schwer vollständig scharf abbilden. Wenn man beispielsweise eine Libelle komplett scharf abbilden möchte bleibt kaum etwas anderes übrig als im 90° Winkel zu den Flügelflächen zu arbeiten. Die Details lassen sich so sehr schön herausarbeiten allerdings wirkt es oft auch sehr langweilig.

Wenn man statt dessen die Libelle von schräg vorne fotografiert ist zwar nur ein kleiner Teil wirklich scharf aber solange die Augen scharf zu erkennen sind wirkt es sehr natürlich und kann sehr spannend sein. Durch die Schärfe auf den Augen wirken die Bilder natürlich da die Augen für uns Menschen das wesentlichste Mittel der optischen Kommunikation sind und wir instinktiv versuchen Kontakt mit den Augen unseres Gegenübers auf zu nehmen.

jensDer Autor: Jens Dittmar

Zum Fotografieren kam ich vor einigen Jahren, damals lag mein Hauptinteresse in der Landschaftsfotografie. Im Jahr 2008 entdeckte ich die Makrofotografie für mich und war fortan begeistert von der kleinen Welt überall um uns herum. 2009 habe ich neben der Makrofotografie auch sehr viel Peoplefotografie (Portrait, Hochzeit und Akt) betrieben und mich mit der Lichtführung intensiver beschäftigt. Zu einem meiner ersten Fotos sagte mein Vater einmal: „Wer fotografiert, lernt sehen.“ Diesen Leitsatz sehe ich in allen Bereichen der Fotografie täglich bestätigt. In der Makrofotografie ist er allerdings am offensichtlichsten.

Web: www.jendit.de


Kommentare (1)
1 Donnerstag, 10. Dezember 2009 um 13:14
???
Ich liebe die Makrofotografie. Sie macht mir echt viel Spaß. Toller Artikel!

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