Artikel von Daniel Zellfelder - aktualisiert am 22. März 2011 - veröffentlicht am 18. August 2009

Gruppenfotos Teil 2: Technik & Ablauf

Autor: Daniel Zellfelder

Nachdem es im letzten Artikel zum Thema Gruppenfoto um das Aufstellen und Anordnen ging, soll es heute um einige technische Details und den konkreten Ablauf eines guten Gruppenfotos gehen. Es geht um den optimalen Zeitpunkt und Ort, um verwendete Einstellungen und andere technische Kniffe. Man muss sie nicht alle anwenden, aber man sollte sie zumindest kennen.

Check: Alles in Ordnung?

Eigentlich trifft dieser Tipp nicht nur auf Gruppenfotos zu. Da er aber enorm wichtig sein kann, kommt er an die erste Stelle. Denken Sie bevor es losgeht daran Ihre Kamera genauestens zu überprüfen. Ist der Akku geladen, ist eine Speicherkarte eingelegt und auf dieser auch genügend Platz frei?  Ist der Fokus eventuell auf manuell umgestellt?

Nicht zu unterschätzen sind an dieser Stelle die Einstellungen an der Kamera. Schnell passiert es, dass man vom letzten Shooting spezielle Einstellungen wie einen manuellen Weißabgleich oder eine extrem hohe ISO Zahl  gewählt hat. Lieber einmal zu oft überprüft, als hinterher den Fehler erst bemerken. Bei einem Gruppenfoto kommt es auf den reibungslosen Ablauf an, da die Gruppe selten lange Zeit geduldig ist.

Und schließlich bevor es wirklich losgeht, der Klassiker: Ist der Objektivdeckel entfernt? Das sorgt zwar für Erheiterung in der Gruppe, kommt aber nicht wirklich professionell an.

Welche Einstellungen?

All zu viele „spezielle“ Einstellungen gibt es gar nicht, auch wenn das viele denken. Wichtig ist es in erster Linie einmal ein gut belichtetes Bild zu haben, sodass in den Gesichtern die Details gut erkennbar sind. Wie man zu einem solchen gut belichteten Foto kommt hängt von der Lichtsituation ab und hat noch nichts mit Gruppenfotos zu tun. Hier heißt es im Zweifelsfall einfach probieren.

Wenn es das Licht zulässt empfiehlt es sich allerdings eine kleine Blendenöffnung zu wählen um die Tiefenschärfe zu erhöhen und somit das Risiko zu minimieren, dass die hinteren Reihen unscharf werden.

Wichtig und nützlich ist die „Serienbild-Funktion“. Die Kamera macht ein Bild nach dem anderen, bis Sie den Finger vom Auslöser nehmen. Sie haben in der Regel zu wenig Zeit für das Gruppenfoto und sollten dementsprechend möglichst viele Fotos schießen. Eine Faustregel dazu werden Sie im Artikel „Tricks & Kniffe“ finden.

Zubehör & Co

Was gibt es an nützlichem Zubehör für ein gelungenes Gruppenfoto? Meines Erachtens unverzichtbar ist das Stativ. Verwenden Sie ein Stativ. So können Sie einmal den Bildausschnitt auswählen und müssen diesen nicht ständig überprüfen. Dies hat den Vorteil, dass Sie sich während der Aufnahmen dann voll und ganz auf die Gruppe konzentrieren können.

Ein Timer oder Intervallauslöser bzw. eine Funkauslöser macht gerade dann Sinn, wenn Sie selbst mit auf das Foto möchten. So können Sie die Kamera ferngesteuert auslösen und mit einem Intervallauslöser automatisch alle 2-3 Sekunden ein Foto machen lassen.

Haben Sie so ein Zubehör nicht, können Sie auch einfach den Selbstauslöser der Kamera verwenden. Dies dauert aber natürlich länger, ist für Sie eine größere „Rennerei“ und die Konzentration der Gruppe geht schneller verloren.

Die Perspektive

Als Perspektive empfiehlt es sich leicht erhöht vor der Gruppe zu stehen, wenn sie ein klassisches Gruppenfoto machen möchten. So sind auch die hinteren Reihen gut zu sehen. Bei kreativen Gruppenfotos kann dies aber auch ganz anders sein.

Der richtige Zeitpunkt

Sie sind auf einer Veranstaltung und wann steht das Gruppenfoto an? Richtig, am Ende, wenn alle gehen wollen. Auf eine hohe Konzentration der Gruppe zu hoffen, können Sie sich in diesem Fall paren. Versuchen Sie lieber einen besseren Zeitpunkt zu wählen.

Eventuell vor dem Essen, wenn alle zusammen sind oder direkt bei der Ankunft. Lassen Sie sich etwas einfallen. Lediglich die Aufnahmen an das Ende zu verschieben sollten Sie vermeiden. Wenn Sie eine mehrtätige Veranstaltung haben, würde ich das Shooting an „mittendrin“ platzieren. So haben sich die Teilnehmer schon etwas kennengelernt, sind also nicht verkrampft, und gleichzeitig aber auch noch nicht in Aufbruchsstimmung.

Den passenden Ort finden

Was ist bei einem Foto am entscheidendsten? Richtig, ein gutes Licht. Und um ein solches zu haben, sollten Sie grelles Sonnenlicht vermeiden. Ansonsten haben Sie harte Schatten in den Gesichtern und dies macht kein Gruppenfoto schöner. Ein leicht bedeckter Himmel, oder ein schattiges Plätzchen kann also im Freien durchaus von Vorteil sein. Sie erhalten ein gleichmäßig ausgeleuchtetes Foto und haben keine harten Schatten.

Die Sonne sollte im Normalfall weder direkt vor noch direkt hinter der Gruppe sein.

Die Sonne sollte im Normalfall weder direkt vor noch direkt hinter der Gruppe sein. Am besten ist es, wann das Licht leicht seitlich auf die Personen einfällt. So wirkt das Foto nicht platt, sondern die Gesichter bekommen eine gewisse Tiefe.

Ein oft unterschätztes Kriterium für den richtigen Ort ist der Hintergrund beziehungsweise die Umgebung. Achten Sie hier darauf eine möglichst gleichmäßige und nicht sonderlich ablenkende Umgebung zu haben. So bekommt die Gruppe vom Betrachter die volle Aufmerksamkeit.

Eine leichte Steigung oder beispielsweise Treppe sorgt dafür, dass Sie die hinteren Reihen besser zu sehen sind. Da nicht alle auf gleicher Höhe sind, können Sie die Personen so besser anordnen.

Sie sehen es gibt auch beim Ort eine Menge zu beachten. Im Optimalfall sollten Sie diesen also schon auswählen, bevor Sie die Gruppe bei sich haben.  Für Aufnahmen in Gebäuden gelten im Prinzip die gleichen Voraussetzungen, lediglich die „Sonne“ ist ab und an durch „die Lichtquelle“ zu ersetzen.

Alle Beiträge der Serie „Gruppenfotos”

Autor des Artikels: Daniel Zellfelder

Hallo zusammen! Ich bin Jahrgang 1990 und mich fesseln Fotografie, grafische Arbeiten sowie das Erstellen von Webseiten. Neben der Natur fotografiere ich Menschen und Veranstaltungen. Derzeit probiere ich mich an der Konzeptfotografie. Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, habe ich 2006 dieses Onlinemagazin ins Leben gerufen.

Webseite von Daniel Zellfelder | Bei Twitter zu finden als fotoartist
2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.