Artikel von Daniel Zellfelder - aktualisiert am 22. März 2011 - veröffentlicht am 1. September 2009

Gruppenfotos Teil 3: Tricks & Kniffe

Autor: Daniel Zellfelder

Ort, Zeit, Anordnung und verwendete Technik für das perfekte Gruppenfoto haben wir bereits behandelt. Um Tricks und Kniffe die einem Fotografen auf dem Weg zum perfekten Gruppenfoto helfen geht es im dritten Teil der Artikelserie. Von einer Faustregel für die Anzahl der zu schießenden Fotos bis hin zu Tipps zur Vermeidung eines Doppelkinns ist für jede Situation ein Tipp dabei.

Und einer hat immer die Augen zu…

Jeder, der einmal ein Gruppenfoto gemacht hat, kennt das Problem. Da hat man einen schönen Ort ausgewählt, die Personen aufgereiht, das Foto gemacht und mindestens einer hat garantiert die Augen zu. Was kann man dagegen unternehmen?
Fausregel für die Anzahl der Fotos
Eine Faustregel die bei einer Gruppengröße bis zu 20 / 30 Personen zuverlässig funktionieren soll, geistert durch diverse Fotobücher und Internetforen. Um die Anzahl der zu schießenden Fotos zu ermitteln soll die Anzahl der Personen bei gutem Licht durch drei und bei schlechtem Licht durch zwei geteilt werden.

Eine wichtige Erkenntnis, auch für größere Gruppen, ist also möglichst oft den Auslöser zu betätigen. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auf einem Foto alle die Augen offen haben und man hat genügend Bildmaterial für eine Montage.

Ein weiterer Trick hängt mit der Tatsache zusammen, dass man kurz nachdem man die Augen geschlossen hatte mit einer recht großen Wahrscheinlichkeit nicht blinzelt. So wirkt bereits Wunder zu sagen, dass jeder die Augen schließen soll und auf „Augen auf“ diese wieder öffnen soll. Direkt danach machen Sie Ihr Foto.

Klare Anweisungen

Je größer die Gruppe, desto geringer ist die Konzentration. Aus diesem Grund ist es wichtig klare und verständliche Anweisungen zu geben. Macht man dies als Fotograf nicht, hat man schnell einen ungeordneten Haufen vor sich und jeder schaut in eine andere Richtung.

„Streckt mir doch alle mal die Zunge raus..“

Bekannte Anweisungen neben dem obligatorischen „3…2…1…“ oder „Auf drei sagen alle bitte Ameisenscheiße..“ die teilweise schon etwas „verbraucht“ sind gibt es noch weitere zur Auflockerung der Stimmung. Was der Profifotograf Guido Karp bei normalen Portraits empfiehlt klappt auch in mittelgroßen Gruppen: „Streckt mir doch alle mal die Zunge raus..“ das lockert die Stimmung und sorgt auch ohne ein „Lächeln bitte“ für selbiges.

Möchte man diese Anweisungen nicht selbst gebe um sich vollkommen auf das Fotografieren zu konzentrieren, oder hat man einfach eine so große Gruppe, dass man sich nicht auch noch darum kümmern kann hilft hierbei ein Assistent wunderbar.

Ausstrahlung des Fotografen

Auch sehr wichtig für das Gelingen eines Gruppenfotos ist die Ausstrahlung, die Sie als Fotograf auf die Gruppe haben. Sorgen Sie für eine lockere und entspannte Atmosphäre. Wenn Ihnen ein „Bitte lächeln“ über die Lippen kommt, achten Sie darauf, dass auch Sie dabei lächeln. Andernfalls kommt bei der Gruppe nur ein steifes Lächeln zu Stande.

Sollte es einmal nicht so gut laufe, wenn Sie beispielsweise während des Gruppenfotos feststellen falschen Einstellungen zu fotografieren, lassen Sie sich nichts anmerken.

Sobald die Gruppe merkt, dass Sie unruhig werden nimmt deren Konzentration ab. Ein Kommentar Ihrerseits wie „Lassen Sie uns noch einen Schwung Fotos machen, es läuft gerade so gut…“ kommt besser an als „Oh mein Gott ich glaube ich habe alle bisherigen Aufnahmen versaut. Entschuldigen Sie, wir müssen nochmal von vorne anfangen.“

Fokus in die Mitte

Wie wir im Technikteil schon behandelt haben, sollten Sie eine möglichst kleine Blende wählen um zu verhindern, dass einige Reihen leicht ins Unscharfe abgleiten. Doch auf was sollen Sie bei einer Gruppe fokussieren? Auf die erste Reihe? Oder vielleicht auf die letzte Reihe? Nein. Um auch mit dem Fokus eine Unschärfe zu vermeiden sollten Sie möglichst auf die Mitte der Gruppe fokussieren. So erreichen Sie die beste Schärfeverteilung über das Bild. Würden Sie die erste oder letzte Reihe wählen, ist es leicht möglich, dass die jeweils anderen unscharf wird.

Doppelkinn vermeiden

Kaum jemand ist stolz auf ein Doppelkinn. Noch schlimmer als eines zu haben ist es aber meistens für die Betroffenen, wenn dieses auf Fotos zu sehen ist. Um das zu vermeiden weisen Sie die Gruppe am besten an das Kinn leicht nach oben zu richten. Achten Sie darauf, dass es keiner übertreibt. Ein zu hohes Kinn macht auch keinen guten Eindruck.

Nachdem Sie nun auch eine Tricks und Kniffe mit an die Hand bekommen haben geht es im nächsten Teil um kreative Gruppenfotos.

Alle Beiträge der Serie „Gruppenfotos”

Autor des Artikels: Daniel Zellfelder

Hallo zusammen! Ich bin Jahrgang 1990 und mich fesseln Fotografie, grafische Arbeiten sowie das Erstellen von Webseiten. Neben der Natur fotografiere ich Menschen und Veranstaltungen. Derzeit probiere ich mich an der Konzeptfotografie. Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, habe ich 2006 dieses Onlinemagazin ins Leben gerufen.

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