Artikel von Jens Dittmar - aktualisiert am 7. August 2011 - veröffentlicht am 7. März 2010

Hochzeitsfotografie: Erfahrungen & Tipps

Autor: Jens Dittmar

Mancher wird es sicherlich kennen, dass ein Bekannter oder Verwandter an Einen herantritt mit Worten wie „du kannst doch fotografieren“ oder „du fotografierst doch immer“ was häufig zu der Frage führt, ob man nicht die bevorstehende Hochzeit fotografieren könnte. Ich kam so zu meinem ersten Hochzeitsshooting. Bekannte wollten heiraten. Sie baten mich, ihre Hochzeit im Bild festzuhalten.

In dieser Artikelreihe „Hochzeitsfotografie“ möchte ich nun meine Erfahrungen schildern und den einen oder anderen Ratschlag geben, damit solch ein Unterfangen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich der Bitte nachkommen sollte. Sicher, ich fotografierte schon seit einigen Jahren und habe auch einige brauchbare Bilder zuwege gebracht. Aber eine Hochzeit ist doch etwas gänzlich anderes als meine sonstigen fotografischen Wege. Die hatten mich bislang hauptsächlich in den Bereich der Landschafts- und Makrofotografie geführt.

Ich spürte die Verantwortung. Schließlich ist es ja wichtig, dass das Brautpaar mit der fotografischen Dokumentation ihres Hochzeitsfestes hinterher zufrieden ist, und dass nicht Enttäuschung aufkommt, falls Erwartung und Ergebnis zu sehr auseinanderlaufen sollten. Als ich mich weiterhin mit der Zustimmung zurückhielt, versuchten sie mich davon zu überzeugen, dass sie keine überzogenen Erwartungen hätten, dass ich ein sehr guter Fotograf sei und sie meine bisherigen Bilder sehr schätzen.

Dazu sei noch gesagt, dass ich von den Beiden schon einmal einige Paarfotos gemacht hatte, mit denen sie recht zufrieden waren.

Da ein professioneller Fotograf nicht zur Debatte stand und sonst nur Fotos von anderen Verwandten mit ihren Digitalknipsen gemacht worden wären, stimmte ich schließlich zu, allerdings unter der Voraussetzung, dass wir zwei Probeshootings vor der Hochzeit durchführen würden.

Von da an begann ich mich intensiv mit den Themen Hochzeitsfotografie, Paarfotografie und Blitzeinsatz zu beschäftigen. Ich durchstöberte viele Foren und Bildersammlungen im Internet auf der Suche nach Informationen und Anregungsmaterial für die Planung der Hochzeitsfotos.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich in dieser Zeit ungeheuer viel über die Fotografie hinzugelernt habe, vor allem über das Fotografieren von Menschen, über das allgemeine Vorgehen bei einer solchen Veranstaltung, über das Verhalten des Fotografen, über möglichen Posen und auch sehr viel über den Einsatz von einem oder mehreren Blitzen.

Besonders möchte ich hier www.strobist.com hervorheben, wo ich einen enormen Schatz an Informationen zum Umgang mit den Blitzen gefunden habe. Das „Lightning 101“ (unterdessen auch auf deutsch verfügbar) ist in dieser Hinsicht ein absolutes Muss. Es ist jede Minute wert, die man sich damit auseinandersetzt. An dieser Stelle sei ein großes Dankeschön ausgesprochen an David Hobby, den Mann hinter Strobist.com.

Wer einen Hochzeits-Auftrag annimmt, der sollte sich im Klaren sein, dass da ungeheuer viel Arbeit auf ihn zukommt. Man muss sich gut vorbereiten und viel lernen, was sehr zeitintensiv ist. Auch sollte man sich bewusst darüber sein, dass man selbst nicht zum Feiern kommen wird. Ein Tag als Fotograf auf einer Hochzeit, ist harte Arbeit und nicht nur Spaß.

Ratschläge

  • Wer nicht wirklich verstanden hat, was Blende und Verschlusszeit mit einander zu tun haben oder gar noch ISO dazu, der sollte den Auftrag ablehnen!
  • Wer seine Ausrüstung nicht absolut sicher beherrscht, ohne erst in Handbuch oder Hilfe nachsehen zu müssen, der sollte den Auftrag ablehnen!
  • Wer mit feiern will, der sollte den Auftrag ablehnen!
  • Wer sich unsicher fühlt, der sollte … nein der muss ! … das dem Brautpaar auf jeden Fall auch mitteilen. Vielleicht lässt sich eine Lösung finden, wo beispielsweise das Paarshooting von einem Profi übernommen wird und man selbst nur als Zweitfotograf auftritt, bzw. die Zeremonie und die Party fotografiert.
  • Soweit es möglich ist, sollte man dem Brautpaar frühere Fotos, die man von Menschen (am Besten natürlich bei Hochzeiten) gemacht hat, als Muster zeigen, damit die Beiden schon vorab einen Eindruck dessen bekommen, was sie erwarten können.
  • Stellt euch auf viele Stunden, ja auf Wochen des Arbeitens und Lernens ein.
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Autor des Artikels: Jens Dittmar

Zum Fotografieren kam ich vor einigen Jahren, damals lag mein Hauptinteresse in der Landschaftsfotografie. Im Jahr 2008 entdeckte ich die Makrofotografie für mich und war fortan begeistert von der kleinen Welt überall um uns herum. 2009 habe ich neben der Makrofotografie auch sehr viel Peoplefotografie betrieben und mich mit der Lichtführung intensiver beschäftigt. Zu einem meiner ersten Fotos sagte mein Vater einmal: „Wer fotografiert, lernt sehen.“ Diesen Leitsatz sehe ich in allen Bereichen der Fotografie täglich bestätigt. In der Makrofotografie ist er allerdings am offensichtlichsten.

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