Artikel von Daniel Zellfelder - aktualisiert am 14. Juli 2011 - veröffentlicht am 25. Juni 2008

Motivprogramme

Autor: Daniel Zellfelder

Motivprogramme sind die Mainzelmännchen der Digitalkameras. Je nach Kameramodell gibt es für nahezu alle Aufnahmesituationen irgendein Motivprogramm. Ein solches Motivprogramm optimiert die Einstellungen für ein bestimmtes Motiv ganz automatisch. Die Programme sind meist durch ein Symbol wie z.B. einen Kopf, eine Blüte oder eine Landschaft gekennzeichnet und somit leicht zu finden.

Klingt in der Theorie erstmal ganz gut, oder? Doch wann lohnt sich der Einsatz eines Motivprogrammes bzw. für wen lohnt er sich nicht? Um der Frage auf den Grund zu gehen, verschaffen wir uns einen Überblick über die gängigsten Motivprogramme:

Makroautomatik/Nahaufnahme

Die wohl bekannteste Automatik dürfte die Makroautomatik sein. Dieses Programm findet sich eigentlich an nahezu jeder Digitalkamera und ist durch eine Blüte gekennzeichnet.

Durch das Einstellen dieser Automatik wird das Objektiv bei Kompaktkameras auf den sogenannten Makromodus umgeschalten. Nun können Sie deutlich näher an Ihr Motiv heran. Meist braucht es jetzt nur einen Abstand von nur wenigen Zentimetern.

Irrtum bei DSLRs
Bei einer digitalen Spiegelreflex wird das dann wohl ähnlich sein, mag man nun denken. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum! Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera wird im Makromodus der Kamera lediglich die Belichtung angepasst.

In der Regel wird eine kürzere Belichtungszeit verwendet um das Verwackeln der Bilder zu vermeiden. Außerdem wird die Blende weit geöffnet, damit die Tiefenschärfe abnimmt und das Motiv vom Hintergrund „freigestellt“ wird.

Anders verhält es sich natürlich, wenn das Objektiv einer DSLR einen Schalter für Makromodus hat, wie es bei Telemakroobjektiven oft der Fall ist. Dann kann man wirklich näher an das Motiv heran als zuvor.

Tipp: Makroaufnahmen sind nicht nur, wie es durch das verwendete Symbol suggeriert wird, Aufnahmen von Blumen. Im Bereich der Makrofotografie gibt es viele andere Motive zu entdecken!

Portraitautomatik

Der Kopf als Symbol steht, wer hätte es gedacht, in der Regel für die Portraitautomatik der Kameras. Hier wird von der Kamera wieder eine möglichst größe Blendenöffnung. Dadurch wird der Kopf des Models vom Hintergrund freigestellt, da dieser in Unschärfe verschwindet und nur der Kopf scharf abgebildet wird.

Zusätzlich wird bei JPG-Aufnahmen oft der Bildstil etwas angepasst um schönere Hauttöne zu erreichen. Wer hier lieber selbst die Kontrolle behalten will, sollte entweder im RAW-Modus fotografieren oder die offene Blende von Hand einstellen und auf das Motivprogramm verzichten.

Außerdem schalten einige Kameras im Portraitmodus den Automatikblitz nur noch ein, wenn es unbedingt notwendig ist, um möglichst das natürlich vorhandene Licht zu verwenden.

Tipp: Wenn Sie einen einfachen Hintergrund auswählen, so verstärken Sie den Effekt der Freistellung vom Hintergrund noch mehr.

Landschaftsautomatik

Typische Landschaftsaufnahmen haben eine hohe Tiefenschärfe, sind also nahezu durchgehend scharf abgebildet und benötigen etwas sattere Farben, damit der Dunst der über einer Landschaft liegt nicht zu sehr zur Geltung kommt.

Wichtigste Einstellung, die die Kamera in diesem Modus vornimmt ist es eine kleine Blendenöffnung zu wählen, um eine möglichst hohe Tiefenschärfe zu erhalten. Dadurch muss die Kamera aber länger belichten und es kann leichter zum Verwackeln kommen. Es empfiehlt sich daher für Landschaftsaufnahmen, gerade bei wenig vorhandenem Restlicht, ein Stativ zu verwenden oder die Kamera irgendwo abzustützen.

Sportautomatik

Schneller, höher, weiter, das sind wichtige Grundsätze im Sport. Und zumindest „schneller“ gilt auch bei der Sportfotografie. Durch die schnellen Bewegungen der Sportler ist eine kurze Belichtungszeit nötig, damit der Sportler scharf abgebildet werden kann. Außerdem schaltet die Kamera hier oft auf Serienbildfunktion, um bei länger gedrücktem Auslöser gleich mehrere Aufnahmen hintereinander zu machen.

Tipp: Auch ein „unscharfer“ Sportler kann ein gutes Bild ergeben. Durch die sogenannte Bewegungsunschärfe ist es möglich die Bewegung einzufangen. Dazu stellen Sie einfach von Hand eine etwas längere Belichtungszeit ein.

Weitere Motivpgoramme

Weitere Motivprogramme sind beispielsweise die Strand- bzw. Schneeautomatik. Sie sorgt dafür, dass die Kamera eine korrekte Belichtung vornimmt, wenn ein Großteil des Bildes durch eine helle, die Sonne stark reflektierende Fläche (Strand, Schnee) dominiert wird.
Sollten Sie Schnee fotografieren so passiert es nämlich oft , dass dieser eher grau statt weiß ist. Um dies zu verhindern regelt die Kamera die Belichtung nach oben, macht sozusagen eine beabsichtigte Überbelichtung.

Außerdem gibt es Programme die Nachtautomatik, Innenaufnahmen, Gegenlicht, …

Für wen sind die Automatiken geeignet?

Prinzipiell sind diese Automatiken eher für Einsteiger gedacht.  Sie müssen sich keine Gedanken über die genauen Einstellungen machen, und die Kamera versucht ihr bestes.

„Wenn Sie kapiert haben, was die einzelnen Automatiken machen, und wie Sie das selbst machen können, dann brauchen Sie die Automatiken nicht mehr.“

Mit Motivprogrammen werden Sie natürlich trotzdem nicht das Maximum an Qualität aus Ihrer Kamera herauskitzeln können. Dazu müssen Sie schon selbst Hand anlegen.

Motivprogramme im Profibereich

Auch Profis verwenden übrigens durchaus Motivprogramme. Diese sind dann allerdings nicht von der Kamera vorgegeben. Statt solcher Motivprogramme haben Profikameras oft sogenannte „Custom“-Programme. Hier kann der Fotograf dann verschiedene Einstellungen ablegen und somit ohne langes Herumstellen direkt zu einer bestimmten Einstellungskombination wechseln.

  1. Bildquelle (Artikelbild oben): fotolia.com – Alexander Spörr

Autor des Artikels: Daniel Zellfelder

Hallo zusammen! Ich bin Jahrgang 1990 und mich fesseln Fotografie, grafische Arbeiten sowie das Erstellen von Webseiten. Neben der Natur fotografiere ich Menschen und Veranstaltungen. Derzeit probiere ich mich an der Konzeptfotografie. Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, habe ich 2006 dieses Onlinemagazin ins Leben gerufen.

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