Artikel von Daniel Zellfelder - aktualisiert am 8. August 2011 - veröffentlicht am 26. Juni 2006

Schwarz – Weiß mit Photoshop

Autor: Daniel Zellfelder

Schwarzweißfotografie, über dieses Thema stolpert jeder. Der eine bleibt hängen und kommt nicht davon los, der andere verliert schnell die Lust daran. Eines ist sicher: Gekonnt eingesetzt, kann ein Bild in schwarzweiß eine enorme Wirkung erzielen. Aber wie macht man am besten ein Schwarzweißbild? Direkt mit der Kamera?

Nicht an der Kamera einstellen!

Sicherlicht nicht direkt mit der Kamera! Wenn Sie an der Kamera einstellen, dass diese das Bild in schwarzweiß aufnehmen soll, so nimmt diese lediglich die Farbinformationen weg und Sie erhalten ein eher flaues Bild und verlieren dabei jede Menge wichtiger Bildinformationen. Eine Schwarzweißumsetzung sollte grundsätzlich in der Nachbearbeitung passieren.

Schwarzweiß ist nicht gleich schwarzweiß

Wie Sie hier sehen können, gibt es viele Möglichkeiten Farben in schwarzweiß umzusetzen. Von einfachen Umwandlungen ohne jeglichen Einfluss bis hin zu aufwendingen Umsetzung, bei der Sie jedes Detail kontrollieren können.

Oben (farbig), links (Sättigung reduziert), rechts (Kanalmixer)

Farbsättigung – Die einfachste Variante

Am einfachsten können Sie ein Bild in ein Schwarzweißbild umwandeln, indem Sie die Farbsättigung des Bildes auf 0% reduzieren oder es in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm in „Graustufen“ umwandeln. Das mag zwar die bequemste Lösung sein, jedoch erhalten Sie auf diese Art und Weise keinerlei Kontrollmöglichkeiten und im Grunde ist das dann nicht viel besser, wie wenn Sie es direkt mit der Kamera machen.

Der Mittelweg – Ebenenmodi

Sollte Sie es eilig haben, aber dennoch ein möglichst gutes Ergebnis erhalten wollten, empfehle ich Ihnen zwar auch die Sättigung zu Reduzieren, anschließend aber noch einen weiteren Schritt zu gehen. Wie das am Beispiel des Bildbearbeitungsprogramms Photoshop geht, zeige ich Ihnen im Artikel „Photoshop: Schwarzweiß für Eilige“.

Kanalmixer – Die beste Variante

Am meisten Kontrolle und die besten Ergebnisse erhalten Sie aber nicht mit den bisher gezeigten Methoden, sondern mit dem sogenannten Kanalmixer. Diesen finden Sie in nahezu jedem besseren Bildbearbeitungsprogramm.

Eine mögliche Umsetzung mit dem Kanalmixer

Sie haben dort die Möglichkeit genau einzustellen mit welcher Helligkeit jeweils die eher roten, die eher grünen und die eher blauen Farbinformationen im Schwarzweißbild zu sehen sein soll. Dadurch können Sie je nach Bild Ihre gewünschte Bildwirkung ganz exakt bestimmen und umsetzen.

Um das zu machen müssen Sie lediglich im Kanalmixer die Einstellung „Monochrom“ wählen. Danach können Sie jeden der einzelnen Farbkanäle steuern. dazu haben Sie für jeden Kanal einen Regler, den Sie zwischen 0% und 100% verschieben können. Achten Sie dabei darauf, dass Sie in Summe ungefähr 100% erreichen. Ansonsten ist das Bild  entweder unterbelichtet (unter 100%) oder überbelichtet (über 100%).

Umso mehr Abstand zwischen den einzelnen Prozentzahlen der Kanäle sind, umso größer ist der Kontrast zwischen diesen Farben.

Welche Einstellung Sie genau festlegen, müssen Sie selbst herausfinden. Das kommt ganz auf das jeweilige Bild an und erfordert natürlich sowohl ein wenig Fingerspitzengefühl, als auch ein bisschen Zeit bei der Schwarzweißumsetzung.

Kontraste verstärken

Je nachdem welche Methode Sie verwendet haben und wie zufrieden Sie mit dem Resultat sind, können Sie jetzt noch die Kontraste im Foto anheben. Ich mache die am liebsten über die sogenannten „Gradationskurven“. Sollten Sie sich damit noch nicht so gut auskennen, können Sie aber natürlich auch den einfachen Kontrastregler Ihres Bildbearbeitungsprogrammes verwenden.

Inspiration: Schwarzweißfotos

Zur Inspiration habe ich für Sie noch ein paar Links herausgesucht:

Schwarzweiß als Allerheilmittel?

Abschließend noch ein Kommentar zur Schwarzweißfotografie allgemein: Leider denken viele Amateure oft, dass ein Foto sofort ein Kunstwerk oder etwas ganz besonderes ist, nur weil es in schwarzweiß umgesetzt wurde. Das ist so aber nicht richtig! Eine Schwarzweißumsetzung soll natürlich auch Sinn machen. Überlegen Sie also genau, ob es die Wirkung Ihres Bildes verstärkt bzw. die Botschaft des Bildes unterstreicht, bevor Sie zur Schwarzweißumsetzung greifen.

Besonders gut wirkt eine Schwarzweißumsetzung, wenn im Ursprungsbild bereits ein hoher Kontrastumfang vorhanden ist, der dadurch dann noch unterstrichen wird. Wichtig ist, dass es sich um einen Helligkeitsunterschied handelt. Farbkontraste entfernen Sie ja mit einer solchen Umsetzung. Aber auch das kann Sinn machen, wenn das Foto quasi perfekt wäre, aber z.B. eine rote Fläche im Hintergrund vom Hauptmotiv ablenkt. In solchen Fällen kann schwarzweiß auch Sinn machen.

Autor des Artikels: Daniel Zellfelder

Hallo zusammen! Ich bin Jahrgang 1990 und mich fesseln Fotografie, grafische Arbeiten sowie das Erstellen von Webseiten. Neben der Natur fotografiere ich Menschen und Veranstaltungen. Derzeit probiere ich mich an der Konzeptfotografie. Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, habe ich 2006 dieses Onlinemagazin ins Leben gerufen.

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