Artikel von Jens Dittmar - aktualisiert am 20. März 2011 - veröffentlicht am 5. November 2009

Makrofotografie: Lichtkontrolle

Autor: Jens Dittmar

Man kann sich nicht immer aussuchen, wann man zum Fotografieren geht. So kann es leicht passieren dass man Zeit hat wenn die Sonne vom Himmel knallt oder eine geschlossene Wolkendecke alles grau und langweilig erscheinen lässt. Dies ist besonders schwierig in der Landschaftsfotografie wo viel der Bildwirkung einfach durch das Licht gegeben wird. In der Makrofotografie hingegen ist der Vorteil dass es um die Abbildung eines sehr kleinen Bereiches geht und das Licht für diesen kleinen Bereich sehr viel leichter beeinflussen lässt.

Mildern des Sonnenlichtes

Wenn die Sonne direkt auf das Motiv scheint entstehen sehr harte und starke Schatten auf der einen und sehr helle und ausgebrannte Stellen auf der anderen Seite. Dieser Kontrastumfang ist für die Kamera oft zu hoch so, dass entweder die Lichter völlig ausbrennen oder die Schatten absaufen.

Im Makrobereich kann man allerdings etwas dagegen tun.


Am einfachsten kann dies durch Abschatten geschehen, wenn die Sonne zu stark das Motiv anstrahlt kann man etwas (zur Not sich selbst) für die Aufnahme zwischen Sonne und das Motiv stellen und es somit abschatten. Dies hat den Effekt, dass das Motiv nicht mehr direkt angeschienen wird, sondern nur noch vom Streulicht getroffen wird. Die Auswirkungen hiervon sind eine Absenkung des Kontrastumfangs und eine Reduzierung der starken Schatten. Dies kann bei zu starker Sonneneinstrahlung schon mal das Motiv retten da nicht mehr große Teile im Schatten absaufen. Auf der anderen Seite aber wird es durch das Streulicht oft langweilig und verliert Kontrast und Plastizität.

Besser ist der Einsatz eines Diffusors, der das direkte Sonnenlicht nicht völlig ausschaltet, sondern nur abmildert und weicher macht. Der Diffusor wird zwischen das Motiv und die Lichtquelle (z. B. die Sonne) gestellt / gehalten und sorgt so für etwas weniger hartes Licht. Die Schatten bleiben somit erhalten und sorgen dafür dass die Plastizität des Objektes nicht verloren geht, wobei aber der Kontrastumfang deutlich reduziert wird so dass auch keine zu ausgebrannten oder abgesoffenen Stellen mehr vorhanden sind.

Erhellen der Schatten

Ein anderer Weg um zu dunklen Schatten zu begegnen ist es diese aufzuhellen. Dies kann mit einem Reflektor geschehen, was ein Faltreflektor (weiß, silber oder gold) oder aber auch einfach ein weißes Blatt Papier oder eine Alufolie sein kann.

Der Reflektor wird auf die dem Licht gegenüber liegende Seite des Objektes so aufgestellt, dass er etwas von dem Licht (z. B. direktes Licht der Sonne) in den Schattenbereich reflektiert und diesen somit aufhellt. Auf Bildern entsteht dann auch oft der Anschein es wären zwei (oder mehr) Lichtquellen vorhanden gewesen.

Die Farbe des Reflektors beeinflusst hierbei natürlich die Lichtfarbe in den Schattenbereichen des Objektes. Ein weißer Reflektor wird das Licht relativ neutral zurückwerfen, ein Silberreflektor hat einen höheren Wirkungsgrad, das heißt er wirft mehr Licht zurück, hat aber dafür auch eine kühlere Lichtfarbe und ein Goldreflektor ist ähnlich wie der Silberreflektor jedoch mit einer wärmeren Lichtfarbe.

Eine weitere Möglichkeit Schatten zu erhellen ist der Einsatz von Blitzen, die man entkoppelt von der Kamera verwenden sollte da sonst das Objekt zu platt und konturlos erscheint. Generell ist der Einsatz von Reflektoren und Diffusoren im Makrobereich deutlich einfacher als der von Blitzen, weshalb diese auch zu bevorzugen sind.

Ein Blitz hat dafür besondere Stärken bei Situationen, in denen das Motiv komplett im Schatten (z. B. von großen Bäumen) liegt und auch in der näheren Umgebung kein Lichtfleck für einen Reflektor vorhanden ist und ggf. sogar der Hintergrund sehr stark und direkt von der Sonne ausgeleuchtet wird. Hier wäre der Kontrastumfang zu groß und könnte auch mit Reflektoren nicht abgeschwächt werden da diese eben selbst Licht benötigen. Mit einem Blitz kann man hier das Hauptmotiv erhellen und somit den Kontrastumfang zum Hintergrund reduzieren.

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Autor des Artikels: Jens Dittmar

Zum Fotografieren kam ich vor einigen Jahren, damals lag mein Hauptinteresse in der Landschaftsfotografie. Im Jahr 2008 entdeckte ich die Makrofotografie für mich und war fortan begeistert von der kleinen Welt überall um uns herum. 2009 habe ich neben der Makrofotografie auch sehr viel Peoplefotografie betrieben und mich mit der Lichtführung intensiver beschäftigt. Zu einem meiner ersten Fotos sagte mein Vater einmal: „Wer fotografiert, lernt sehen.“ Diesen Leitsatz sehe ich in allen Bereichen der Fotografie täglich bestätigt. In der Makrofotografie ist er allerdings am offensichtlichsten.

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