Artikel von Daniel Zellfelder - aktualisiert am 5. April 2012 - veröffentlicht am 12. Februar 2010

Das besondere Motiv finden lernen

Autor: Daniel Zellfelder

Fotografieren kann jeder. Grundsätzlich trifft diese Aussage schon zu, es kommen dabei  aber die unterschiedlichsten Ergebnisse heraus. Doch wie findet man besondere Motive, damit es kein 08/15 Foto wird?  Egal ob an Touristenorten, zuhause oder beim Wochenendausflug. Überall gibt es besondere Motive, die nur darauf warten entdeckt zu werden.  Dieser Artikel soll Ihnen ein paar Anregungen beim Fotografieren. Einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben wäre sinnlos, denn Motive gibt es zu Hauf. Sie müssen nur entdeckt werden.

Es macht Sinn sich zunächst einmal Gedanken zu machen, nach welchem Prinzipien die meisten fotografieren oder sagen wir lieber in diesem Fall eher knipsen.

Dabei muss man leider feststellen, dass all zu viele nach den ersten Wochen der Freude über eine neue Kamera, diese wohl eher im Eck stehen lassen und dann nur bei Ausflügen mit der Familie oder ähnlichem mitnehmen. Diese sind dann meist kurz nach dem Mittagessen, bei strahlendem Sonnenschein und das Fotografieren wird eher zur Nebensache. Man kann es ja eben auch nur mal eben nebenbei machen. Alles in allem wohl eine sehr gewöhnliche Situation, die jeder von uns so, oder so ähnlich bereits erlebt hat. Aber eben nichts Besonderes. Doch auch dabei lässt sich mit einigen der folgenden Tipps etwas Besonderes fotografisch einfangen.

Bewusst fotografieren

Ein richtiges Motiv gibt es dabei sowieso nicht. Jeder empfindet es anders, jeder möchte etwas anderes  dem späteren Betrachter mitteilen und etwas anderes hervorheben. Doch wenn man bereits soweit ist, sich vor dem Auslösen dazu Gedanken zu machen, ist dies bereits ein erster wichtiger Schritt. Bewusstes fotografieren statt einfachem knipsen.  Dabei können folgende Fragen helfen:

  • Was möchte ich auch diesem Bild zeigen/ausdrücken?
  • Welche Möglichkeiten habe ich dies umzusetzen?
  • Könnte das Bild vielleicht noch eine tiefere Aussage bekommen?

Details

Und so oft verwendet der Satz ist, so gültig bleibt er dennoch: Oft ist hierbei weniger eben doch mehr.  Statt alles zu zeigen was möglich ist, sich auf ein Detail zu konzentrieren, kann ein reizvolles Foto auf die Karte bannen.

So ging es mir beispielsweise in einem Atelier eines Skulpturen Künstlers. Er hatte in seinem Hof viele Skulpturen stehen und auch in seiner  Werkstatt mit „kreativem Ordnungssystem“ arbeitete er fleißig an weiteren Skulpturen. Beim Aufmerksamen Gang durch diese viel mir allerdings eine kleine Skulptur auf einem  Fensterbrett auf, die er wohl schon vor längerer Zeit zur Seite gestellt hatte.

Auch wenn es nur ein kleines Detail ist, sagt es meiner Meinung nach deutlich mehr als eine einfache Übersichtsaufnahme.

Auch hier habe ich mich auf ein Detail, die Wäscheleinen zwischen den Häusern in Rom, konzentriert und so ein Bild geschaffen, dass viel vom Charme der  verwinkelten Gassen Roms zeigt, obwohl es nur ein kleines Detail zeigt.

Oftmals braucht es auch einfach etwas Zeit um solche Details zu finden. Im Urlaub muss man erst einmal  richtig „ankommen“ und die Gegend kennenlernen um Besonderheiten zu entdecken.

Ungewöhnliche Perspektiven finden

Neben den Details, kann auch eine besondere Perspektive aus einem gewöhnlichen Motiv ein ganz besonderes Foto machen. Ob die Froschperspektive, die Vogelperspektive oder einfach nur eine andere Ansicht eines Gebäudes, all das kann dazu beitragen.

Mehr über die „Verschiedene Perspektiven beim Fotografieren

An diesem Tag wollte ich beispielsweise in einem Hühnerstall Fotos von den jungen Küken machen.  Der Wechsel der Perspektive auf Höhe der Küken machte diese zu einem besonderen Motiv.

Ungewöhnliche Zeiten

Und genauso, wie man die Perspektive variieren kann, kann das Fotografieren zu ungewöhnlichen Zeiten sehr tolle Motive mit sich bringen.  So sind das Fotografieren in der Nacht und am frühen Morgen bei Sonnenaufgang lohnende Momente.

Ob diese Kuh so früh am Morgen mit Besuch gerechnet hatte auf dem Gipfel des Berges, weiß ich nicht. Es hat sich für mich jedenfalls mehr als gelohnt noch in völliger Dunkelheit den Weg in Richtung Gipfel anzutreten.

Mehr zur Fototour gibt es im Artikel „Früh aufstehen lohnt sich!

Und auch, wenn es bei Regenwetter wenige Menschen  zum Fotografieren nach draußen zieht, kann es sich lohnen. Kurz nach Ende des Regens brach der Himmel an einer Stelle ein wenig auf und ermöglichte dieses Foto.

Abseits des Weges

Um Vögel zu fotografieren muss man z.B. nicht ins Wildgehege oder Vogelschutzgebiet zu fahren. Manchmal genügt es sich etwas abseits der großen Wege zu bewegen um auf interessante Motive zu stoßen.  Das gilt natürlich auch für fremde Gegenden. Gerade in Touristenorten lohnt es sich oft etwas abseits der üblichen Wege zu gehen.

Sie sehen also. Interessante Motive zu finden ist gar nicht so schwer, wenn man sich bewusst mit dem Fotografieren auseinandersetzt.  Gut umgesetzt bringen besondere Motive auch besondere Fotos, die natürlich deutlich mehr im Gedächtnis bleiben. Nichts desto trotz sei auch an dieser Stelle gesagt. Eine „Kreativpause“, also einfach mal die Kamera liegen zu lassen für ein paar Tage, kann dazu beitragen beim nächsten mal umso aufregendere Motive zu finden.

Autor des Artikels: Daniel Zellfelder

Hallo zusammen! Ich bin Jahrgang 1990 und mich fesseln Fotografie, grafische Arbeiten sowie das Erstellen von Webseiten. Neben der Natur fotografiere ich Menschen und Veranstaltungen. Derzeit probiere ich mich an der Konzeptfotografie. Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, habe ich 2006 dieses Onlinemagazin ins Leben gerufen.

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